Dua Lipa ist nicht nur eine der erfolgreichsten Pop-Sängerinnen der Gegenwart, sondern auch eine leidenschaftliche Kinogängerin. In einem aktuellen Gespräch gewährte die 28-jährige Künstlerin Einblicke in ihre persönlichen Filmvorlieben und verriet, welche Titel sie wirklich in Aufregung versetzen. Dabei zeigt sich: Lipas Geschmack ist ebenso vielseitig wie ihre Musik – von französischen Gangsterdramen bis zu packenden Thrillern.
Die Letterboxd-Leidenschaft
Dua Lipa bekannte, dass sie ein großer Fan der Filmplattform Letterboxd sei, ähnlich wie Goodreads für Bücher. „Ich schaue mir wirklich alles an, aber das sind die Dinge, die mir am meisten am Herzen liegen. Wenn mich jemand fragen würde, was meine Top-Filme bei Letterboxd sind, dann würden diese auf jeden Fall dazuzählen“, erklärte sie. Auf die Frage nach einem geheimen Account winkte sie ab: „Nein, habe ich nicht. Aber ich überlege, was ich sonst noch so gerne mag, das ich dort reinstellen würde.“ Sie ergänzte, dass sie kürzlich nach ihrem französischen Lieblingsfilm gefragt worden sei – und antwortete ohne Zögern: „Ein Prophet“ (Originaltitel: Un prohète).
„Ein Prophet“ – ein moderner Klassiker
Der 2009 erschienene Film des französischen Regisseurs Jacques Audiard gilt als Meisterwerk des Gangsterkinos. Er erzählt die Geschichte von Malik El Djebena, einem jungen Analphabeten, der im Gefängnis zum kaltblütigen Kriminellen aufsteigt. Der Film gewann zahlreiche Preise, darunter den Großen Preis der Jury in Cannes. Dua Lipas Vorliebe für dieses düstere, komplexe Drama zeigt, dass sie sich nicht nur von leichter Unterhaltung angezogen fühlt, sondern auch von tiefgründigen Charakterstudien. Lipas Faszination für „Ein Prophet“ passt zu ihrem Image als Künstlerin, die sich immer wieder neuen Herausforderungen stellt – sei es in der Musik oder im Film.
„The Drama“ – ein intensives Kinoerlebnis
Besonders begeistert zeigte sich die Sängerin von dem Film „The Drama“. „Ich mochte ‚The Drama’. Es hat wirklich Spaß gemacht, den Film im Kino anzuschauen. Die Leute haben richtig mitgefiebert“, schwärmte sie. Auf die Nachfrage, ob sie wirklich oft ins Kino gehe, antwortete sie überrascht: „Ja, klar.“ Sie fügte hinzu: „Besonders, wenn ich auf Tournee bin. Ich gehe an den verschiedensten Orten ins Kino. ‚The Drama’ habe ich in London gesehen. Es war lustig. Die ganze Aufregung war spürbar, es war spannend, lustig und intensiv.“ Dua Lipa beschrieb, wie der Film nach dem Abspann noch nachwirkte: „Es war einer der Momente, bei denen man sofort so war: ‚Warte, ich muss meinen Partner fragen, was das Schlimmste war, was er je gemacht hat.’ Cal und ich haben uns den Film zusammen angesehen und dann festgestellt, dass wir uns das alles schon erzählt hatten. Aber es ist lustig, ein Gesprächsanlass. Ich liebe es, wenn Filme auch außerhalb des Kinos zu einem Gespräch führen.“
Der Mensch hinter der Leinwand
Dua Lipas Offenheit über ihre Kinoleidenschaft überrascht viele Fans, die sie eher mit Chart-Hits wie „Levitating“ oder „New Rules“ verbinden. Dabei hat die Sängerin schon mehrfach betont, wie wichtig ihr die Kunst des Geschichtenerzählens ist – ob in Musikvideos oder auf der großen Leinwand. Ihr Partner, der britische Schauspieler Callum Turner (bekannt aus „Fantastic Beasts“), teilt diese Begeisterung. Gemeinsam besuchen sie regelmäßig Premieres und Sneak Previews. „Wir lieben es, Filme zu diskutieren. Manchmal sitzen wir stundenlang in Cafés und analysieren die Handlung“, verriet sie in einem früheren Interview.
Hintergrund: Dua Lipas Karriere und ihr Verhältnis zur Filmwelt
Die 1995 in London geborene Dua Lipa begann ihre Musikkarriere mit Cover-Songs auf YouTube. Nach ihrem Durchbruch mit „Be the One“ 2015 wurde sie schnell zur internationalen Pop-Ikone. Ihr Album „Future Nostalgia“ (2020) brachte ihr einen Grammy ein. Neben der Musik hat Lipa auch Schauspielambitionen. Sie spielte 2020 eine kleine Rolle in der Serie „The Plot Against America“. Im Rahmen ihrer „Future Nostalgia Tour“ (2022) besuchte sie über 100 Städte und nutzte jede Gelegenheit, lokale Kinos zu erkunden. „Jede Stadt hat ihr eigenes Kino-Flair. In Tokio sind die Leute sehr diszipliniert, in New York wird laut mitgefiebert. Das liebe ich“, erklärte sie.
Ihre Filmliste liest sich wie ein Kurzstudium des internationalen Kinos: Neben „Ein Prophet“ zählt sie auch „Parasite“, „La La Land“ und „The Grand Budapest Hotel“ zu ihren Favoriten. Regisseur Bong Joon-ho, dessen Werk sie verehrt, bezeichnete sie einmal als „eine der wenigen Popstars, die wirklich verstehen, was visuelles Storytelling bedeutet“. Lipa selbst sieht Parallelen zwischen Songwriting und Filmemachen. „Beide Medien transportieren Emotionen durch Rhythmus, Bilder und Timing. Ein guter Song kann genauso mitreißen wie eine großartige Filmszene“, sagte sie in einem Podcast.
Die Kultur des Kinos auf Tour
Dua Lipas Tourgewohnheit, in jeder Stadt ein Kino aufzusuchen, ist ungewöhnlich für Musiker, die oft in Backstage-Räumen und Hotels eingeschlossen sind. „Es ist meine Art, die lokale Kultur zu erleben. Man sieht echte Menschen, die lachen, weinen und sich fürchten – das erdet mich“, gestand sie. Nach einem Konzert in Berlin besuchte sie ein spätes Screening von „Everything Everywhere All at Once“. „Die Leute haben so gelacht, ich dachte, die Decke fällt ein. Diese Energie nehme ich mit auf die Bühne.“
Ihre Liebe zum Kino hat auch praktische Gründe: „Auf langen Busfahrten zwischen Shows kann ich nicht gut schlafen. Also schaue ich Filme auf dem Laptop. Aber im Kino ist es einfach anders – die Dunkelheit, die Geräusche, die Gemeinschaft. Das kann kein Streaming-Dienst ersetzen.“
Analyse: Was Dua Lipas Filmgeschmack über sie verrät
Dass Dua Lipa einen so düsteren Film wie „Ein Prophet“ mag, zeigt ihre Wertschätzung für Charakterentwicklung und soziale Themen. Der Film thematisiert Rassismus, Machtstrukturen und Überlebensinstinkte – ähnliche Motive finden sich auch in ihren Songs wie „IDGAF“ oder „Boys Will Be Boys“. „The Drama“ hingegen, ein Thriller über eine Beziehungskrise, spiegelt ihr Interesse an zwischenmenschlichen Dynamiken wider. „Beide Filme handeln von Menschen, die an ihre Grenzen gehen. Das inspiriert mich beim Schreiben“, erklärte sie.
Musikexperten sehen darin eine bewusste Strategie: „Dua Lipa vermeidet reine Pop-Oberflächlichkeit. Indem sie über anspruchsvolle Filme spricht, zeigt sie Tiefe und Vielseitigkeit – das stärkt ihr Image als ernsthafte Künstlerin“, meint Medienwissenschaftler Dr. Anna Weber. Zugleich bleibt sie zugänglich: Sie geht ins Kino wie jeder andere Fan, ohne VIP-Bereich. Diese Authentizität kommt bei ihrem jungen Publikum gut an.
Zukunftspläne: Ein Filmprojekt in Sicht?
Gerüchte halten sich, dass Dua Lipa selbst ein Filmprojekt in der Entwicklung habe. „Ich schreibe immer wieder an Drehbüchern, aber ich bin noch nicht bereit, etwas zu veröffentlichen. Ich will sicher sein, dass es gut ist“, ließ sie durchblicken. Ihre Fans spekulieren über eine Verfilmung ihrer Album-Erzählung oder eine Dokumentation über das Leben auf Tour. Fest steht: Ihre Leidenschaft für das Kino wird bleiben. Und vielleicht sehen wir sie bald nicht nur auf der Leinwand, sondern auch dahinter.
Source: GQ Germany News