Milan-Fans fordern nach Massenentlassung auch Ibrahimovics Rauswurf
Die Milan-Ultras sind nicht glücklich darüber, dass Zlatan Ibrahimovic nach dem Kahlschlag beim Trainer- und Führungspersonal noch mehr Befugnisse erhalten hat. „Ibra jetzt auch raus.“ Mit diesen Worten brachten die Fans ihre Wut über die jüngsten Entwicklungen beim AC Milan zum Ausdruck. Ein neues Banner vor dem Hauptsitz von Casa Milan machte die Forderung unmissverständlich deutlich: Nachdem Gerry Cardinale, der Eigentümer des Klubs, innerhalb weniger Stunden einen Großteil der Führungsriege entlassen hatte, blieb Ibrahimovic nicht nur verschont, sondern erhielt sogar noch mehr Macht.
Es waren verheerende 24 Stunden für die Rossoneri. Die Hoffnungen auf die Champions League waren nach einer überraschenden 1:2-Heimniederlage gegen Cagliari endgültig zerplatzt. Sogar ein Punkt hätte dem Team von Max Allegri gereicht, um im direkten Vergleich mit Como besser dazustehen und sich den vierten Tabellenplatz zu sichern. Stattdessen setzte es eine bittere Pleite, die die Saison endgültig ruinierte. Das Spiel selbst war geprägt von einer schwachen Defensivleistung und mangelnder Durchschlagskraft im Angriff. Cagliari, das zuvor als Außenseiter galt, nutzte die Nervosität der Mailänder eiskalt aus. Der Ausfall von Schlüsselspielern und die taktische Uneinigkeit auf dem Platz waren für die Fans nur die Spitze des Eisbergs.
Die Konsequenzen ließen nicht lange auf sich warten: RedBird-Eigentümer Gerry Cardinale entließ Trainer Max Allegri, Sportdirektor Igli Tare, CEO Giorgio Furlani und Technischen Direktor Geoffrey Moncada in einem einzigen Rundumschlag. Die Entlassungen wurden in einer brutalen Mitteilung bekanntgegeben, die innerhalb des Klubs für Entsetzen sorgte. Während die Fans zumindest zum Teil Verständnis für den Rauswurf von Allegri und Furlani hatten – gegen Furlani hatten die Ultras bereits seit längerem protestiert –, kam die Entlassung von Tare überraschend. Der Sportdirektor hatte erst vor wenigen Monaten das Amt übernommen und galt als Hoffnungsträger für eine neue Transferstrategie. Doch Cardinale zog die Reißleine, nachdem das Team die Champions League verpasst hatte und die sportliche Entwicklung stagnierte.
Ibahimovic, der als Senior Advisor des AC Milan fungiert, blieb jedoch nicht nur im Amt, sondern bekam noch mehr Befugnisse übertragen. Der ehemalige Weltklassestürmer, der bereits während seiner aktiven Zeit eine prägende Figur in Mailand war, soll nun maßgeblich an der Neuausrichtung des Klubs beteiligt sein. Heute Abend traf er im Hotel ein, in dem Cardinale übernachtete, um an einem weiteren Krisentreffen teilzunehmen. Gerüchten zufolge soll Ibrahimovic sogar ein Veto-Recht bei wichtigen Personalentscheidungen erhalten haben. Dies stieß bei den Ultras auf heftige Ablehnung. Sie sehen in dem Schweden einen der Hauptverantwortlichen für die verfehlte Kaderplanung der letzten Jahre und fordern nun seinen Rauswurf.
Die Fanszene des AC Milan hat eine lange Tradition des Protestes. Schon in den 1990er Jahren machten die Ultras immer wieder auf Missstände aufmerksam. In den letzten Jahren richteten sich ihre Aktionen vor allem gegen die Klubführung, die sie für die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit verantwortlich machten. Besonders CEO Giorgio Furlani stand häufiger in der Kritik. Nun haben sie ihre Wut auf Ibrahimovic gelenkt. Ein Banner mit der Aufschrift „Niemand darf bleiben: Ibra jetzt auch raus“ ziert seit heute den Eingang von Casa Milan. Die Botschaft ist klar: Die Fans fordern eine radikale Erneuerung – ohne Ausnahmen.
Die Frage ist, ob Gerry Cardinale diesem Druck nachgeben wird. Der amerikanische Geschäftsmann hat in der Vergangenheit bewiesen, dass er unpopuläre Entscheidungen trifft, wenn er sie für richtig hält. Der Verbleib von Ibrahimovic scheint jedoch Teil seines langfristigen Plans zu sein. Ibrahimovic bringt nicht nur sportliche Expertise, sondern auch mediale Aufmerksamkeit und Verbindungen in die internationale Fußballwelt mit. Für Cardinale könnte der Schwede eine Schlüsselfigur sein, um den Klub wieder an die Spitze zu führen. Die Fans sehen das anders: Sie fürchten, dass Ibrahimovic mit seiner starken Persönlichkeit und seinen eigenen Vorstellungen das Team weiter destabilisieren könnte.
Hinter den Kulissen laufen die Gespräche auf Hochtouren. Medienberichten zufolge soll der ehemalige Mittelfeldstar Cesc Fàbregas, der derzeit als Trainer in der Serie A arbeitet, als neuer Coach im Gespräch sein. Auch andere Namen werden gehandelt. Die Suche nach einem neuen Sportdirektor und Technischen Direktor gestaltet sich jedoch schwierig, da der Klub nach dem Aderlass im Führungsbereich kaum noch Struktur besitzt. Ibrahimovic soll in diesen Entscheidungen eine führende Rolle spielen, was die Fans zusätzlich verärgert. Sie fordern, dass auch er geht, um Platz für einen kompletten Neuanfang zu machen.
Die vergangenen Jahre waren für den AC Milan eine Achterbahnfahrt. Nach dem Scudetto-Gewinn 2022 folgte eine Phase der Stagnation. Die Mannschaft konnte sich nicht in der Spitzengruppe der Serie A etablieren und scheiterte regelmäßig in der Champions League. Trainerwechsel, Transferfehler und interne Machtkämpfe haben den Klub geschwächt. Nun steht die Saison vor dem Aus, und die Zukunft ist ungewisser denn je. Die Fans fordern nicht nur die Entlassung von Ibrahimovic, sondern eine klare Vision für die kommenden Jahre. Sie möchten wissen, wohin die Reise geht – und ob der Klub überhaupt noch in der Lage ist, um Titel mitzuspielen.
Die Proteste werden sich vermutlich noch verstärken, falls Cardinale an Ibrahimovic festhält. Die Ultras haben angekündigt, ihre Aktionen fortzusetzen. Schon am kommenden Spieltag, wenn Milan zum letzten Saisonspiel antritt, sind weitere Banner und Sprechchöre geplant. Der Druck auf die Klubführung wächst. Ibrahimovic selbst hat sich bisher nicht zu den Vorfällen geäußert. Der 43-Jährige, der seine Karriere als Spieler 2023 beendete, genießt innerhalb der Branche hohes Ansehen, doch seine Rolle als Berater ist umstritten. Viele Experten bezweifeln, dass ein ehemaliger Superstar ohne Erfahrung in der Vereinsführung die richtige Person für diese Position ist. Die Fans sehen das ähnlich.
Wie es weitergeht, bleibt abzuwarten. Klar ist nur, dass der AC Milan vor einem tiefgreifenden Umbruch steht. Die Entlassung der gesamten Führungsetage war ein drastischer Schritt, der zeigt, wie ernst die Lage ist. Ob auch Ibrahimovic gehen muss, wird sich in den kommenden Tagen entscheiden. Die Fans haben jedenfalls schon einmal ihr Votum abgegeben: „Ibra jetzt auch raus.“
Source: OneFootball News