Wie brutal ein Kampf in der UFC sein kann, das zeigte der Frauen-Fight zwischen Zhang Weili und Joanna Jedrzejczyk beim UFC 248 Event. Die Chinesin verteidigte ihren Titel in der Strohgewichtsklasse (bis 52 Kilogramm) und ließ dabei nichts anbrennen. Sie zerschmetterte das Gesicht ihrer Gegnerin, vor allem im Bereich der Stirn, was zu einer monströsen Schwellung führte, die weltweit für Aufsehen sorgte.
Die Vorgeschichte des Kampfes
Zhang Weili, geboren 1989 in der chinesischen Provinz Hebei, begann ihre Karriere zunächst im Kickboxen, bevor sie zur MMA wechselte. Sie gewann 2019 den UFC-Titel gegen Jessica Andrade und war die erste chinesische Kämpferin, die diesen Titel holte. Joanna Jedrzejczyk, die Polin, war von 2015 bis 2017 die unangefochtene Championesse im Strohgewicht und galt als eine der besten Kämpferinnen der Welt. Sie hatte mehrfach ihren Titel verteidigt, bis sie 2017 an Rose Namajunas verlor. Der Kampf gegen Zhang war ihre Chance, den Gürtel zurückzuholen.
Der Kampfverlauf
Die erste Runde begann explosiv: Zhang ging sofort aggressiv vor und landete harte Schläge. Jedrzejczyk, bekannt für ihre präzisen Techniken und ihre Beweglichkeit, fing sich jedoch in Runde zwei und konnte den Kampf ausgeglichener gestalten. In der dritten und vierten Runde lieferten sich beide Kämpferinnen einen intensiven Schlagabtausch. Es wurden insgesamt über 350 signifikante Schläge verteilt – ein Rekord für Frauenkämpfe im UFC. In der fünften Runde dann der Schockmoment: Nach einem Treffer von Zhang begann Jedrzejczyks Stirn sofort anzuschwellen, ähnlich einem Ballon. Die Kameras fingen die Szene ein, und die Polin griff sich ungläubig an den Kopf.
Die medizinische Betrachtung
Die Schwellung war eine sogenannte Hämatom-Beule, verursacht durch einen Schlag auf die Stirnknochen, der Blutgefäße unter der Haut zum Reißen brachte. Solche Schwellungen sind nicht nur äußerlich extrem, sondern können auch gefährlich werden, wenn sie auf das Gehirn drücken. Der Ringarzt musste Jedrzejczyk mehrmals untersuchen, aber sie zeigte keine Anzeichen von Beeinträchtigung und kämpfte bis zum Schluss. Trotz der monströsen Beule ging sie jede Runde weiter in den Angriff.
Die Reaktionen
Nach dem Kampf fielen sich beide Kämpferinnen in die Arme – ein Zeichen von gegenseitigem Respekt. Jedrzejczyk lobte ihre Gegnerin: „Sie hat großartig gekämpft. Wir haben beide eine unfassbare Show abgeliefert.“ Zhang selbst zeigte sich erleichtert über die Titelverteidigung und widmete den Sieg ihrem Heimatland China, das damals stark von der Coronavirus-Pandemie betroffen war. Ihr Trainingslager war aufgrund des Ausbruchs von China in die USA verlegt worden. Die Bilder des zerschlagenen Gesichts gingen in den sozialen Medien viral und lösten eine Diskussion über die Härte des Frauen-MMA aus.
Historischer Kontext
Der Kampf zwischen Zhang und Jedrzejczyk wurde von vielen Beobachtern als der beste Frauenkampf in der UFC-Geschichte bezeichnet. Er schlug alle Rekorde für die meisten abgegebenen Schläge in einem Frauenkampf und zeigte, dass Frauen-MMA genauso brutal sein kann wie das der Männer. Die UFC hatte in den vergangenen Jahren immer mehr Gewicht auf Frauenkämpfe gelegt, angefangen mit Ronda Rousey und weitergeführt mit Stars wie Amanda Nunes oder Valentina Shevchenko. Der Kampf zwischen Zhang und Jedrzejczyk war ein weiterer Meilenstein.
Die Karriere der beiden nach diesem Kampf
Zhang Weili sollte ihren Titel noch ein weiteres Mal verteidigen, bevor sie 2021 gegen Rose Namajunas verlor. Sie kämpfte sich jedoch zurück und holte sich 2022 in einem Rückkampf den Gürtel zurück. Joanna Jedrzejczyk hingegen zog sich nach dem Kampf gegen Zhang eine längere Verletzungspause zu, kämpfte aber weiter. Sie verlor später gegen Carla Esparza und gab 2023 ihren Rücktritt bekannt. Beide haben die Frauen-MMA-Welt nachhaltig geprägt und gezeigt, wie viel Herz und Leidenschaft in diesem Sport steckt.
Source: oe24.at News