Bip Milwaukee Local News

collapse
Home / Daily News Analysis / Cher wird 80: Pop-Ikone hadert mit dem Altern

Cher wird 80: Pop-Ikone hadert mit dem Altern

May 20, 2026  Twila Rosenbaum  57 views
Cher wird 80: Pop-Ikone hadert mit dem Altern

Cher wird 80: Die Pop-Ikone im Kampf gegen die Zeit

Am 20. Mai 2026 feiert Cher ihren 80. Geburtstag. Doch die Pop-Ikone zeigt sich in einem Interview mit dem britischen „Guardian“ überraschend offen: Sie hasst das Altern. „Ich hasse es. Es hat mich auch nicht klüger gemacht“, sagt die Sängerin, die für ihre zeitlose Erscheinung bekannt ist. „Ich scheine das längste Leben von allen Menschen jemals zu haben. Ich sollte im Guinnessbuch der Rekorde stehen deswegen. Und ich bin immer noch dabei.“

Äußerlich mag Cher nicht altern – dank Schönheitsoperationen, Botox und intensivem Sport. Sie betont: „Es gibt 20 Jahre alte Mädels, die nicht das können, was ich kann.“ Doch innerlich hadert sie mit dem Prozess. Niemals habe sie sich vorstellen können, einmal so alt zu werden und dabei immer noch zu arbeiten, gesteht sie. Die noch ein paar Jahre ältere Barbra Streisand habe sie gefragt, warum sie immer noch arbeite. „Und ich habe geantwortet: 'Weil ich es eines Tages nicht mehr können werde.' Solange ich noch arbeiten kann, werde ich es tun. Was anderes kann ich nicht. Was soll ich denn machen? Ich liebe, was ich tue.“

Ein Leben voller Erfolge: Von „I Got You, Babe“ bis „Believe“

Chers Karriere begann in den 1960er Jahren, als sie den italo-amerikanischen Sänger Salvatore „Sonny“ Bono kennenlernte und heiratete. Gemeinsam als Sonny & Cher gelang ihnen mit „I Got You, Babe“ ein Welthit. Cher erinnert sich, dass Sonny mitten in der Nacht zu ihr kam und den Song vorsang. „Es klang schrecklich. Als ich ihn dann gesungen habe, klang es nicht viel besser. Aber Sonny war das egal. Er wusste, was er da hatte.“

Weitere Hits wie „The Beat Goes On“ und „Bang Bang (My Baby Shot Me Down)“ folgten. Das Paar wurde zu Ikonen der Flower-Power-Bewegung, obwohl sie privat eher konventionell lebten – vor allem nach der Geburt ihrer Tochter Chastity. „Wir sind so spießig, dass es einen krank macht“, sagte Cher damals. Nach der Trennung von Sonny Bono im Streit begann Chers Solo-Karriere. Sie erarbeitete sich einen eigenen Stil und feierte Erfolge mit Superhits wie „Believe“, das mit dem verzerrten Autotune-Effekt die Musikwelt revolutionierte, und „If I Could Turn Back Time“. Insgesamt verkaufte sie mehr als 100 Millionen Alben, gewann einen Oscar für die Romanze „Mondsüchtig“ und wurde in die Rock & Roll Hall of Fame aufgenommen.

Diese Woche dreht Cher noch einmal richtig auf: 2024 veröffentlichte sie den ersten Band ihrer Memoiren, der zweite soll 2026 erscheinen. Ein Film über ihr Leben ist in Arbeit. Mit der Marke „Cherlato“ stieg sie ins Eis-Geschäft ein, brachte ein Weihnachtsalbum heraus und erhielt einen Bambi, einen Ehren-Grammy und die Aufnahme in die Rock & Roll Hall of Fame. „Mal war ich angesagt, mal war ich nicht angesagt. Aber ich war immer ich selbst“, sagt Cher. „Ich habe mich immer als Fahrzeug in einem Autoscooter gesehen – wenn ich gegen eine Mauer gefahren bin, bin ich einfach zurück gehüpft und in eine andere Richtung gefahren.“ Als Legende sehe sie sich nicht, sondern als „arbeitende und starke Frau“.

Private Höhen und Tiefen: Beziehungen, Familie und Verlust

Chers Privatleben verlief turbulent. Nach der Scheidung von Sonny Bono, der 1998 bei einem Ski-Unfall ums Leben kam, heiratete sie erneut und bekam einen Sohn, Elijah Blue Allman. Doch auch diese Ehe scheiterte, ebenso wie zahlreiche weitere Beziehungen. Ihre Tochter Chastity lebt inzwischen als Mann und nennt sich Chaz. Chers jüngerer Sohn Elijah kämpft derzeit mit Drogenproblemen; ihr Antrag auf Einrichtung einer Vormundschaft wurde mehrfach gerichtlich abgelehnt.

Trotz dieser Herausforderungen bleibt Cher optimistisch. Seit einiger Zeit ist sie mit dem rund 40 Jahre jüngeren Musikproduzenten Alexander Edwards zusammen. „Wir haben eine richtig gute Zeit zusammen. Er sagt, du wirst älter, aber dein Geist ist jünger.“

Cher wurde als Cherilyn Sarkasian La Pier in ärmlichen Verhältnissen im kalifornischen El Centro geboren. Ihre Mutter war Cherokee-Indianerin, ihr Vater ein armenischer Trucker. In der Schule kam Cher nicht mit. „Meine Mutter war mein größter Fan. Sie sagte, das sei egal, Schule sei nicht wichtig. Und ich sagte: 'Ja Mama, aber ich kann die Zahlen noch nicht mal sehen, sie sehen für mich aus wie kritzelige kleine Dinger.' Sie sagte: 'Wenn du groß bist, wirst du jemanden haben, der sich für dich um Zahlen kümmert.'“

Ein Blick in die Zukunft: Kein Aufhören in Sicht

Cher hat sich immer wieder neu erfunden: Vom Hippiemädchen zur Disco-Queen, von der Abba-Interpretin zur Rockerin. Sie zeigt keine Anzeichen, langsamer zu machen. „Ich liebe es, die Zuschauer an einen anderen Ort zu versetzen“, sagt sie. Eigentlich sei sie schüchtern, „aber sobald ich auf einer Bühne bin und die Zuschauer sehe, weiß ich, dass ich sie zusammenbringen kann. Egal, wie viele Tausende Menschen, ich kann sie alle zu Freunden machen.“

Für die Zeit nach ihrem Tod hat die Musikerin bereits vorgesorgt. Sie besitzt seit Jahren eine Grab-Parzelle auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise – direkt neben Jim Morrison und Oscar Wilde. Doch bis sie diese in Anspruch nimmt, will sie noch lange das tun, was ihr am meisten Freude bereitet: Menschen glücklich machen. „Es hört sich kitschig an, aber ich meine das so.“


Source: RP ONLINE News


Share:

Your experience on this site will be improved by allowing cookies Cookie Policy